Samstag, 22. Februar 2014

Der Strip-Club und das Arbeitsamt



Der Strip-Club und das Arbeitsamt

by Joern Petersen
©iStock.com/lightphoto
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In Deutschland war der Aufschrei groß, als das Arbeitsamt teilweise in Unwissenheit junge Frauen an Bordelle oder Strip-Clubs vermittelte. Die Behörde versprach, demnächst mehr Sorgsamkeit bei Stellenangeboten zu zeigen.  In England sieht man das nicht ganz so dramatisch und bezahlt Strip-Clubs,  wenn sie junge Teenager von der Straße holen.
Als ich diesen Bericht in der britischen Presse las, musste ich zunächst mal prüfen, ob es sich um eine Satire handelt. Doch die Sache ist wirklich passiert und scheint dort gang und gäbe zu sein. Das britische Arbeitsamt (DWP) hat bis zu 2000£ an Strip-Clubs und ähnliche Einrichtungen bezahlt, wenn diese junge Teenager im Alter von 18 bis 24 Jahre einstellen. Sollte das Unternehmen eine Vollzeitstelle anbieten,  sind nach 26 Wochen weitere Pfund möglich - sollten die jungen Frauen weder an der Stange tanzen oder sexuelle Aktivitäten zeigen. Die Politikerin Finale Mactaggert hinterfragte die Initiative im Parlament.  Es wäre wichtig zu wissen,  wieviel der Frauen dadurch in die Prostitution abrutschen. Anfangs waren einige der Vermittelten als Toilettenfrauen tätig,  später endeten sie auf den Zimmern.
Der Politikerin ist klar, dass die Eltern sich nicht über die staatliche Förderung freuen.  Das britische Arbeitsamt erklärte auf Anfrage, sie schicke nur Frauen in die Sexindustrie, welche explizit danach fragen würden. Zwar gibt es seit Anfang des Jahres eine Art Pornosperre im britischen Internet,  doch sind diese Angebote noch überall zu finden.  Das DWP  hat eine Liste vorliegen, welche die Jobs in der Sexindustrie festlegen.  Dazu gehört der Verkauf von Sexartikeln, der Barjob in Clubs oder auch Reinigungsarbeiten und Webcamgirl. Doch die Wirklichkeit schaut anders aus. Im Dezember 2013 fand sich eine Anzeige auf der Seite des Arbeitsamtes: "Junge Frau gesucht, die Lust hat mit Männern auszugehen, es wird ein lustiger Abend. Es wäre besser,  wenn du Single bist und eine eigene Wohnung hast. Aussehen und Rasse sind egal, Handy ist notwendig, Erfahrung dagegen nicht."
Da fasse ich mir an den Kopf. Zum einen versucht England durch eine Pornosperre seit Anfang des Jahres die Jugend zu schützen und kaum sind die Frauen volljährig,  werden sie durch das Arbeitsamt in fragwürdige Clubs vermittelt. Irgendwie zeigt es auch wieder, wie heuchlerisch eine Regierung ist, die so etwas zulässt.
Joern Petersen | Februar 22, 2014 um 10:28 vormittags | URL: http://wp.me/p3EdBj-Vb

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